16. November 2018 – #VERKEHRt-Demo mit Laternenumzug

Treffen: Freitag, 16. November 2018 um 16.30 Uhr.
Arnoldstraße, Kreuzung Fischers Allee / Bernadottestraße

Zum offenen Brief an die Mitglieder des Verkehrsausschusses Altona

Gegen 17 Uhr wird die dritte Demonstration der OTTENSER GESTALTEN starten, um uns ein weiteres Mal die Straßen Ottensens zurück zu erobern und – angesichts der erschreckend hohen Zahl von Unfällen mit Verletzten – gegen Raser, Drängler und Aggressivität auf den Straßen zu demonstrieren.

Zwei Motive (PDF, 800 KB)

Diesmal wollen wir mit vielen selbstgestalteten Laternen unterwegs sein. Dafür könnt ihr die vorbereiteten Schablonen mit Bastelanleitung verwenden.

Neben allen Ottenserinnen und Ottensern sind also ganz besonders die Kinder und ihre Eltern dazu eingeladen, mit uns ab 17 Uhr lautstark durch die Straßen zu ziehen. Wir ziehen durch die Holländische Reihe, wo wir an der Stelle einen Zwischenstopp machen werden, an der sich 1982 ein tragischer Verkehrsunfall mit Todesfolge ereignete. Hier wird es ein kurzes Interview geben mit einem ehemaligen Mitglied der Bürgerinitiative „Schleichen statt Leichen“, die sich damals gegründet hatte.

Probelauf unserer ersten Laternen

Nach einem weiteren Zwischenstopp in der Eulenstraße wird vor dem Spielplatz Arnoldstraße / Rothestraße gegen 18.30 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden.

Wir wollen für ein verkehrsberuhigtes, sicheres und gesundes, umweltfreundliches und lebenswertes Viertel demonstrieren und uns stark machen für die Durchsetzung des von den OTTENSER GESTALTEN entworfenen Verkehrskonzepts, das dem Altonaer Verkehrsausschuss seit Juni 2018 vorliegt.

Offener Brief an die Mitglieder des Verkehrsausschusses Altona

Diesen Text haben wir mit persönlicher Ansprache verschickt und sind auf die Reaktionen und Teilnahme an der Demo gespannt.

Sprechen Sie auf unserer #VERKEHRt-Demo, Frau … / Herr …?

Sehr geehrte Frau … / Sehr geehrter Herr …,

wir, die Bürgerinitiative OTTENSER GESTALTEN fühlen uns von Polizei und Bezirksamt im Stich gelassen und bitten deshalb Sie als Mitglied des Verkehrsausschusses in Altona um Ihre tatkräftige Unterstützung!

Unser Problem lässt sich derzeit anhand der Holländischen Reihe sehr gut veranschaulichen:

Hier kam ein 7-jähriger Junge ums Leben, als er beim Spielen zwischen parkenden Autos hindurch auf die Straße lief. Sein Freund wurde schwer verletzt. Es war der sechste schwerwiegende Unfall im Viertel, der dritte mit Todesfolge. Schon lange zuvor hatte die damalige Bürgerinitiative gefordert, den Durchgangsverkehr durch Ottensen zu verbieten und eine Geschwindigkeitsbegrenzung einzuführen. Polizei und Politik hatten immer wieder abgewinkt. Bis zu jenem schrecklichen Sonntag, 20.6.1982, als Marwin G. starb. Danach beschloss der damalige Innensenator Alfons Pawelczyk umgehend das Tempolimit für die Holländische Reihe.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung gibt es noch – allerdings nur theoretisch! Die Polizei hat bei einer sechstägigen Messung zwar festgestellt, dass fast die Hälfte der gemessenen 18.000 Verkehrsteilnehmer (eine Richtung!) schneller fährt als das vorgeschriebene Tempo 30. Aber das reicht ihr nicht für Blitzer-Aktionen. Begründung: Im Durchschnitt würden die 30 km/h eingehalten.

Wir fragen uns: Seit wann gelten Durchschnittswerte bei Tempolimits?

Vielleicht steht die Weigerung der Polizei aber auch in einem größeren Zusammenhang: Im Altonaer Rathaus wurde uns zu unserer großen Überraschung erklärt, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Holländischen Reihe „nur temporär“ gewesen sei und jetzt auslaufe. Die Busfahrer des HVV wüssten davon schon, deshalb würden sie zum Teil schneller fahren. Diese Information wollten wir uns später schriftlich geben lassen, doch wir bekamen keine Antwort. Keine Bestätigung, aber auch kein Dementi!

Wir sind fassungslos: Hier wird offensichtlich schleichend eine Geschwindigkeitsbegrenzung zurückgenommen, die nach schrecklichen Unfällen endlich eingeführt wurde! Das können und wollen wir nicht akzeptieren. Aus Respekt vor den Opfern und ihren Angehörigen nicht, und auch nicht, weil die aktuelle Faktenlage alarmierend ist:

  • Schon jetzt übersteigen Lärm- und Abgasbelastungen die Grenzwerte bei Weitem.
  • Allein im vergangenen Jahr wurde die Polizei zu sechs Unfällen mit Verletzten in der Holländischen Reihe gerufen.
  • Die Verkehrsbelastung im Kerngebiet Ottensen wird weiter zunehmen, wenn die Elbchaussee saniert und der Lessingtunnel erneut gesperrt werden.
  • Wir haben schon jetzt viele Kinder im Viertel, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Kindergarten oder zur Schule kommen. Ihre Zahl wird aufgrund der Wohnraum-Verdichtung weiter steigen.

Wir müssen handeln! Uns wehren! Machen Sie mit?

  • Wir brauchen weiterhin Ihre Unterstützung für unser Verkehrskonzept für Ottensen, das wir am 2. Juli 2018 im Verkehrsausschuss vorgestellt und mit Ihnen diskutiert haben.
    Wir brauchen Sie auf unserer #VERKEHRt-Demonstration am 16.11.2018, ab 16.30 Uhr von Fischers Allee/Bernadottestraße für die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen und für den Stopp des Durchgangsverkehrs in ganz Ottensen.
  • Vielleicht möchten Sie die Demonstration auch nutzen, um eine Stellungnahme abzugeben und/oder um mit den AnwohnerInnen ins Gespräch zu kommen? Das würden wir sehr gerne organisieren – bitte nehmen Sie rechtzeitig vorher Kontakt zu uns auf.

Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören!

Mit artgerechten Grüßen,

die Bürgerinitiative OTTENSER GESTALTEN
15 Unterzeichner