Eine Vision zur Umgestaltung in eine Grüne Oase
Die Aktion mit der Forderung an die Politik und Verwaltung zur Entsiegelung, Vergrößerung und klimagerechter Bepflanzung des Platzes Bei der Reitbahn war erfolgreich. Zahlreiche Anwohnerinnen, Anwohner, Neugierige und Interessierte verfolgten den großen Moment: bei Livemusik des Sax SessionOrchestra der Volkshochschule wurde unsere Vision der Grünen Oase enthüllt!
Download unserer Vision (800 KB)


Nach dem geglückten Auftakt stellte Uta Lohmann von OTTENSER GESTALTEN die Bürgerinitiative kurz vor und der Moderator Torsten Prinzlin eröffnete die Diskussionsrunde mit Politikerinnen und Politikern aus dem Bezirk.

Unserer Einladung sind gefolgt, auf dem Bild von links nach rechts: Patrick Fischer (VOLT), Dana Vornhagen (GRÜNE), Claudia Stamm (CDU), Oliver Schmidt (SPD) und Karsten Strasser (DIE LINKE). Ganz rechts im Bild Moderator Torsten Prinzlin. Dazu war Hermann Paulenz vom Netzwerk Hamburg Abpflastern gekommen.
Wir hatten alle demokratischen Parteien, die in der Bezirksversammlung Altona vertreten sind, eingeladen. Schön, dass fast alle gekommen sind und zu unserer Vision und zu unseren Forderungen Stellung nehmen wollten.
Unsere Forderungen an die Politik und Verwaltung
- Entsiegeln!!!!!
Mindestens 1.200 m² stehen durch eine Neugestaltung von Verkehrsflächen zugunsten von Fußgängern, Aufenthalt und Bepflanzung zur Verfügung - Umwandlung in eine naturnahe und klimagerechte „Grüne Oase“. Nachhaltige Pflege und Bepflanzung unter dem Aspekt der Biodiversität und des Klimawandels.
- Gestaltung als attraktiver, barrierefreier öffentlicher Aufenthaltsraum mit Sitzgelegenheiten ohne Konsumzwang
Alle begrüßten und lobten unser Anliegen und wollen die Forderungen unterstützen. Dass Menschen wie wir im Stadtteil sich engagieren, fand einhellige Anerkennung. Das weitere Themenspektrum ergab sich von selbst und wurde teilweise kontrovers diskutiert.
Wasser, Klima, Geld
Der Einfachheit halber begann es beim Geld.
Für Ottensen wurde schon so viel gemacht und Geld ausgegeben. In anderen Stadtteilen im Bezirk – Lurup und Bahrenfeld zum Beispiel – muss auch etwas getan werden.
Oliver Schmidt, SPD
Die Runde beschäftigte sich kurz mit Verteilungsgerechtigkeit als hohes Gut, fand auch schnell pragmatische Ansätze.
Wenn die Bagger 2027 sowieso schon am Ende der Ottenser Hauptstraße stehen, ist es das billigste, sie gleich auf dem Platz Bei der Reitbahn weitermachen zu lassen.
Hermann Paulenz vom Netzwerk Hamburg Abpflastern
Da konnten die anderen nur zustimmen. Teuer an Baumaßnahmen ist immer das Einrichten der Baustelle.


Notwendige Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel kamen zur Sprache, eine Stimme aus dem Publikum forderte neben dem Trinkwasserbrunnen eine Anlage, die an heißen Sommertagen die Luft mit Wasser berieselt. Dafür ist der Platz bei der Reitbahn eher zu klein, eine solche Anlage wäre besser auf dem Kemal-Altun-Platz untergebracht.
Oliver Schmidt von der SPD wandte ein, Trinkwasser-Brunnen seien im Betrieb sehr teuer, da die Wasserqualität häufig kontrolliert werden muss. Hier müssen Prioritäten nach Bedürftigkeit gesetzt werden, zum Beispiel Alimaus am Nobistor habe immer noch keinen Trinkwasserbrunnen.
Einigkeit herrschte beim Thema Entsiegelung: sehr sinnvoll. Zur Zeit sind viele Flächen auf dem Platz Bei der Reitbahn mit Kopfsteinpflaster bedeckt, das sei zwar immer noch besser als Asphalt. Aber insbesondere altes Kopfsteinpflaster lässt wenig Wasser durch, da die Fugen stark verdichtet sind. Und schlecht fürs Fahrradfahren ist Kopfsteinpflaster ohnehin.
Im weiteren Verlauf war das Geld wieder im Vordergrund. Es ist tatsächlich knapp. Das sei aber kein Grund, nichts zu tun – es muss auf alle Fälle etwas getan werden! Die Redner und Rednerinnen entwickelten in der Diskussion die Vorgehensweisen:
- kleine Maßnahmen definieren, die nicht sehr kostspielig sind und dennoch zum Ziel führen und diese schrittweise nach und nach umsetzen
- es sollte auch nach Förderprogrammen, die es bereits gibt, gesucht werden und diese genutzt werden, damit der Bezirk nicht alles selbst zahlt
- Eigenleistung der Anwohner, Anwohnerinnen und der Bevölkerung spart Geld und erhöht die Identifikation der Menschen mit ihrem Stadtteil
Damit fand die Diskussion um die Finanzierbarkeit ein Ergebnis, das verbindlich von allen weiterentwickelt werden muss.
Unsere Vision – Deine Meinung!


Der Tag auf dem Platz bot natürlich für alle Anwesenden die Gelegenheit, die eigene Meinung mitzuteilen, daran sind wir interessiert. Unsere Vision ist erst einmal Anstoß. Auf Infotischen lagen Meinungskärtchen zum Ausfüllen bereit, im Moment werten wir noch aus.



Und wo bleiben eigentlich die Carsharing-Plätze?
Das aktuelle, sehr großzügige Parkplatzangebot in der Straße Bei der Reitbahn haben wir in unserer Vision auf Null reduziert – es ist eine Vision! Für die Gewerbetreibenden haben wir eine Ladezone hinter dem Pavillon eingeplant und die bestehenden Carsharing-Plätze gegenüber in die Eulenstraße verlagert.
Das haben nicht alle mitbekommen, von der SPD kam der Vorwurf, wir würden einen wichtigen Baustein zur Verkehrswende einfach abschaffen. Das tun wir nicht, am jetzigen Standort sind die Carsharing-Plätze nach Umsetzung der Westschleife 2026 oft nur über Umwege erreichbar, nach Verlagerung in die Eulenstraße sind die Carsharing-Plätze künftig besser erreichbar.

und geplante Erweiterungen
Aufnahme: Ulrich Mertens

1.200 m² sind hier entsiegelt worden
Zeichnung: Heike Stephan
Ansonsten: der Wegfall vieler Parkplätze in unserer Vision wurde von der Politik überhaupt nicht thematisiert und schon gar nicht kritisiert! In Gesprächen mit Anwohnern und Anwohnerinnen kam das Thema eher am Rande zur Sprache.
Am Vormittag: überraschende Auseinandersetzung mit der Polizei

Während wir aufbauten und das Banner (3 m × 1,5 m) aufhängten, bekamen wir Besuch von einer Polizeistreife, Anwohner hatten Aktivisten beim Hochklettern auf Bäume bemerkt. Alles richtig, das Banner muss ja nach oben!
Wir zeigten unsere Genehmigung vom Bezirk, die Sondernutzung der öffentlichen Fläche hatten wir natürlich Wochen vorher beantragt, alle Details der Aktionen waren im Antrag beschrieben und durch Zeichnungen ergänzt, die erwartete Teilnehmerzahl von 100 Personen war ausdrücklich vermerkt und im Vorfeld vom Polizeikommissariat 21 zur Kenntnis genommen worden.
Mit dem Bezirksamt war auch vereinbart, dass das Banner den ganzen Sommer 2026 über hängen wird. Die Polizei legte die Genehmigung anders aus und verlangte von uns, das Banner am Samstagabend wieder abzunehmen.
Jetzt kam wenige Stunden vor Beginn unserer Aktion der Einwand, wir hätten zusätzlich zur Sondernutzung auch noch eine Veranstaltung beantragen müssen. Da wir das nicht getan haben, kann die Veranstaltung nicht stattfinden! In der folgenden, sehr zähen Diskussion machten wir klar, dass niemand – weder Bezirk noch Polizei – uns darauf hingewiesen hatte, trotz mehrmaligen Schriftwechsels hin und her. Die anwesenden Polizeibeamten blieben bei ihrer ablehnenden Haltung und stellten uns vor die Entscheidung:
- die Aktion absagen
- oder die Aktion durchführen, was eine Anzeige zur Folge haben wird, eventuell ein Jahr Haft sei auch noch drin
Wir ließen uns nicht einschüchtern und die Aktion fand natürlich statt!

Und siehe da, die Auseinandersetzung mit der Polizei hatte tatsächlich ein Nachspiel: am Montag, 8. Juni rief der Polizeibeamte an, entschuldigte sich und teilte mit, dass keine Anzeige gestellt werde.
Inzwischen hat auch das Bezirksamt die Genehmigung bestätigt, dass das Banner bis Ende des Sommers auf dem Platz bleiben kann.
Seit Donnerstag,
11. Juni hängt es
wieder am Platz!




